America

Guatemala

Mais, Nahrung, Kultur

Mais, Nahrung, Kultur

In verschiedenen Regionen von Guatemala verdorrt periodisch ein Teil der Maisernte. Hunderttausende hungern. Mais ist in Guatemala Nahrungsmittel und Teil der Kosmologie der Maya-Indianer. Im berühmtesten Buch der Maya-Indianer, dem Popol Vuh, heisst es, der Mensch sei aus einem Maiskorn entstanden. Wenn der Mais verdorrt, sich Hunger, Unterernährung und Tod ausbreiten, wird in den Augen der Mayas auch ihre Kultur geschwächt.

Kult und Küche

Kult und Küche

Das Popol Vuh, das heilige Buch der Maya-Indianer von Guatemala, handelt von der Entstehungsgeschichte der Erde und der Menschen. Gemäss der Überlieferung ist der Mensch aus Mais entstanden. Deshalb ist Mais für die Guatemalteken bis heute wichtigste Nahrung und zugleich heilige Kultpflanze. Erwin Dettling wirft einen Blick in die Vergangenheit und in die Maya-Kochtöpfe.

Mais, Rauch, Schamanen

Mais, Rauch, Schamanen

Der Mais braucht Regen, viel Regen. Sonst wächst er nicht gelb in den Himmel. Wenn es zu trocken ist, verkümmern die Maisernten. Jeden Sonntag versammeln sich Schamanan und Heiler in der Kirche von Chichicastenango, einem Kult- und Marktflecken. Sie murmeln Gebete und Beschwörungen, nehmen mit Räucherstäben Kontakt mit den Göttern auf, bitten um Regen. Doch die Menschen leiden trotzdem Hunger. Erwin Dettling nimmt sie mit in die Zwischenwelt des römisch-apostolischen Katholizismus und führt sie zur Geisterwelt der Maya-Indianer.

Maismenschen in der Literatur

Maismenschen in der Literatur

Miguel Angel Asturias, Autor des Werks „Maismenschen“, hat im Jahr 1967 den Literatur-Nobelpreisträger erhalten. Asturias beschreibt in seinem bahnbrechenden Roman Maya-Menschen, die in ihrer Kultur gefangen sind. Seither sind mehr als 50 Jahre vergangen. Wo trifft man die Maismenschen heute, was machen sie? Wie bringen sie sich ein im Lebensstrom von Guatemala? Gehen Sie mit Erwin Dettling auf literarische Spuren- und Menschensuche.

Mais, Gentechnik und Angst

Mais, Gentechnik und Angst

Kaum in einem anderen Land der Erde gibt es mehr Maissorten als in Guatemala. Viele dieser Maissorten halten jedoch den zum Teil abrupten Klimaschwankungen von Zentralamerika nicht stand. Die Maismenschen wissen nicht, wie ihnen geschieht, warum sie hungern müssen und was die Gentechniker mit ihnen vorhaben. Erwin Dettling spricht mit Vertretern von Hilfsorganisationen, mit Hungernden und mit Experten über Mais, Angst und Schrecken.

Hunger in Guatemala

Hunger in Guatemala

Guatemala ist reich an Rohstoffen. Trotzdem leiden viele Menschen Hunger. Mit regionalen Klimaveränderungen hätten die Versorgungsprobleme zugenommen, sagt der Schweizer Jürg Egli, der seit über 50 Jahren in Guatemala lebt. Verantwortlich für die Hungersnot sei aber auch der Staat. Das Land in Zentralamerika ist dreimal so gross wie die Schweiz. Die Bevölkerung ist mehrheitlich indianischer Abstammung. Die Nachfahren der Mayas leben - vor allem ausserhalb der Städte - ihre Jahrtausende alte Kultur im Alltag weiter.

Ansichten eines Rebellen

Ansichten eines Rebellen

Rodrigo Asturias Amado, dessen „Nom de Guerre“ „Gaspar Ilom“ war, zählte zu den historischen Führern der guatemalthekischen Guerrilla. Er starb wie er lebte. Er lebte wie er starb. Der Sohn des Literaturnobelpreisträgers (1967) Miguel Angel Asturias soll seine Längen in einem Schwimmbad hingelegt haben, als ihn sein Herz nicht mehr (er)trug. So die Überlieferung. Viel Zeit ist vergangen. Zeit, die Ideen von "Gaspar Ilom" neu auf ihren Atem zu überprüfen. Ich habe mit „Gaspar Ilom“ kurz vor seinem Tod (15. Juni 2005) ein Gespräch über sein Leben und über sein Wirken geführt. Dabei sagte der Guerrillero Dinge, die in Guatemala weit in die Zeit - bis heute - wirken.

Irrtümer und Erfolge Bilanz und Biografie

Der Preis des Friedens Leid, Liebe Revolution Land und Zukunft

Jacobo Arbenz

Ein Schweizer Dorf verschmäht seinen Sohn

Das Dorf Andelfingen bei Winterthur hat ein gespaltenes Verhältnis zu einem seiner illustren Söhne. Es handelt sich um Jacobo Arbenz, der zu Beginn der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts Staatschef von Guatemala war. Anlässlich der 1250 Jahrfeier der Gemeinde hatten einzelne Bürger die Idee, die in Costa Rica lebenden Nachfahren der ausgewanderten Familie Arbenz an die Feierlichkeiten nach Andelfingen einzuladen. Vor dem grossen Entscheid bekamen die Andelfinger jedoch kalte Füsse.

Rigoberta Menchu in Managua

30 Jahre Sandinismus in Nikaragua

Rigoberta Menchu in Managua

Rigoberta Menchu, die Friedensnobelpreisträgerin aus Guatemala, reiste am 19. Juli 2009 zum 30. Jahrestag der sandinistischen Revolution (oder was von ihr übrig geblieben ist) nach Managua. Sie hielt eine improvisierte Rede vor hundert-tausenden von Nikaraguanerinnen und Nikaraguaner, welche die Revolution nur als geschichtliches Ereignis kennen.

🔊 Hören Sie die Reportage
Licht auf Jahre der Grausamkeit

Guatemala

Licht auf Jahre der Grausamkeit

Guatemala schaut auf ein halbes Jahrhundert Grausamkeit zurück. Ein monumentales Polizeiarchiv gibt den Blick auf eine beispiellose Blutspur frei. Die Dokumente des Grauens werden in Bern sicher und digital aufbewahrt. 1996 beendete Guatemala einen 36 Jahre langen Bürgerkrieg mit einem Friedensvertrag. 250'000 Menschen kamen in diesem Krieg ums Leben oder gelten bis heute als vermisst.espanol italiano

Rigoberta Menchu Tum

Kämpfen, Heilen, Regieren:

Rigoberta Menchu Tum

Die Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchu hätte Gründe, an ihrer Biografie zu zerbrechen. Die mutige Frau hat sich anders entschieden. Sie vergibt ihren Peinigern und lässt sie die Verbrechen allein tragen, welche Milititärs, Paramilitärs und private Mörderbanden und Todesschwardonen am Mayavolk begangen haben. Rigoberta Menchu greift heute selbstkritisch und aktiv in das politische Leben des Landes ein. Sie kandidierete 2007 für das Präsidentenamt von Guatemala - und hat verloren. Der Weg ist noch lang, bis in diesem zentralamerikansichen Land alle Gesellschaftsgruppen friedlich zusammenleben können. Rigoberta Menchu ist politische Aktivistin, Verfechterin der Menschenrechte und spirituelle Frau in einer Person, die andere an ihrem Weg nach Innen teilhaben lässt.

Kämpfen Heilen Regieren

Rigoberta Menchu Tum:

Kämpfen Heilen Regieren

Das Leben von Rigoberta Menchú Tum begann 1959 unter widrigsten Umständen. Die Maya-Indianerin aus Guatemala wurde im Bürgerkrieg in eine kämpferische Familie hineingeboren. Die meisten Familienangehörigen kamen im Bürgerkrieg ums Leben. Rigoberta Menchu kämpfte weiter, wurde verfolgt, musste ins Exil und wurde 1992 mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Die Sozialaktivistin und Kämpferin für die Anliegen der Maya-Indianer ruht sich nicht auf ihren Lorbeeren aus.

Radio-Berichte und Reportagen